Historie

Wo Theodor Heuss einst Urlaub machte

Der erste Bundespräsident entspannte zwischen 1952 bis 1957 wie viele andere prominente Gäste in dem renommierten Sporthotel Brennes. Als illustrer Gast verbrachte Theodor Heuss viele Urlaube auf dem Brennes, auf der Terrasse des Hotels rauchte er genüsslich eine Zigarre und genoss die Natur am Fuße des Großen Arbers.

Der Name Brennes hat seinen Ursprung in der Glashüttenvergangenheit – und wie sich schon vermuten lässt, leitet sich die Ortsbezeichnung vom Wort „Verbrennen“ ab. Dafür waren zwei Brüder verantwortlich, die als Köhler an einem Brandplatz Fichtenholz zu Pottasche für das heimische Glasbläserhandwerk verwandelte.

Die ersten Siedler

Als Herzog Maximilian im Jahr 1597 Alleinregent von Bayern wurde, leitete er auch ein umfangreiches Siedlungsprogramm an der Grenze nach Böhmen in die Wege. Die ersten Siedler – das Ehepaar Rasberger – kamen jedoch erst 1708 und somit rund 100 Jahre später. Er war von Beruf Bauer und Aschenbrenner. Sie errichteten sich eine Blockhütte und machten den Grund urbar, ist in der Chronik des Brennes Hotels nachzulesen. 1718 wurde der Brennes Grund an die Familie Achatz verkauft, die das Anwesen in sechs Generationen bewirtschaftet hat.

Im Jahr 1872 erwarb der Fürst von Hohenzollern zunächst den Oberthurn Hof und ließ ihn in den folgenden 24 Jahren nach und nach abreißen. Im Jahr 1898 erschien der Bahn Expediatur Ulrich Benz als neuer Eigentümer des Anwesens Brennes auf der Bildfläche. Er stellte zwei Jahre später einen Neubau mit Almen Stallung hin, bestehend aus Wohnungen, Restaurant, Waschhaus und Stallung.

Am 11. Dezember 1953 wurde das Sporthotel Brennes eröffnet

Erbauer und Eigentümer war seine Hoheit, der Fürst von Hohenzollern. Jahrelang genoss das Haus als führendes Komforthotel im Bayerischen Wald einen ausgezeichneten Ruf. Auch prominentes Publikum schritt über die Schwelle: Der erste Bundespräsident Theodor Heuss hatte dort von 1952 bis 1957 seinen Urlaubssitz. Fotografien, die an der Rezeption aushängen, zeigen das Staatsoberhaupt, wie es auf der Terrasse genüsslich an seiner Zigarre zieht.

Weitere Persönlichkeiten, die ein und aus gingen, waren seine Durchlaucht Fürst von Hohenzollern, seine Durchlaucht Prinz Leopold von Bayern, der Enkelsohn von Mahatma Gandhi, Dr. Gandhi, und die Deutsche Skinationalmannschaft.

Der Fürst von Hohenzollern erwarb 1904 auch den Unterthurn Hof und den Brennes. 1953 wurden die alten Hofgebäude des Brennes Hofs abgebrochen. An der gleichen Stelle wurde das heutige Sporthotel Brennes erbaut und eröffnet. Im Jahr 1982 wütete ein Großfeuer auf dem Anwesen, durch den das Gebäude bis auf den ersten Stock abbrannte, der aufgrund des Mauerfachwerks zudem von Löschwasser  durchdrungen war.

Wiederaufbau und Renovierung

Nichtsdestotrotz mauerte man wieder einen zweiten Stock auf. Bis dahin hatte das Gebäude eine weiße Fassade, wie Postkartenaufnahmen beweisen. „Heuer sind zwei Frauen als Gäste aus Schweden angereist, die hier 1972 ein halbes Jahr als Zimmermädchen arbeiteten, um besser Deutsch zu lernen“, freut sich Geschäftsführer Georg Edenhofer über solche Zeitzeugen vergangener Tage. Erst beim Wiederaufbau wurde das Sporthotel verschindelt und 1990 schließlich von Manfred Bogenrieder aufgekauft.

In der bewegten Vergangenheit nimmt auch die Hitlerjugend ein Kapitel ein, die auf dem Brennes ausgebildet wurde. „Da war auch schon ein Gast hier, der seiner Zeit Wache geschoben und patrouilliert hat“, berichtet Geschäftsführer Georg Edenhofer. Auf einem der alten Fotos ist noch ein Bunker zu sehen. Postkarten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen zunächst ein nur einstöckiges Gebäude, das im Zuge des florierenden Geschäftsbetriebs aufgestockt wurde.

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